Andreas van Kuijk -Colonel Tom Parker

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Tafka S.
    Posting-Legende

    • 22.06.2005
    • 9754

    Schade, dass ich die bisherige Diskussion hier versäumt habe. Soweit ich das beurteilen kann, wurden sowohl sachliche Argumente angebracht als auch altbekannte Phrasen aufgewärmt, aber das ist letztlich immer eine Sache der persönlichen Einschätzung. Dass mit Ciscoking so hart ins Gericht gegangen wird, stört mich schon ein wenig, muss ich sagen. Er äußert seine Meinung, ohne jemanden persönlich zu attakieren (außer Parker natürlich), aber das Feetback gilt leider nicht nur seinen Thesen, sondern seiner Person, habe ich den Eindruck, und da sollten wir alle vielleicht einen Gang runter schalten, schlage ich vor.

    Nun wurden ja wiederholt "Belege" für dieses oder jenes eingefordert, und daher habe ich mir mal die Mühe gemacht, ein paar „Fakten/Beweise/Dokumente“ zusammen zu tragen (also abzuschreiben), die das Bild vom netten Onkel Tom etwas ausgewogener zeichnen sollten. Ich tue dies nicht, um dem „Colonel“ übel nachzureden, sondern um jenen, die nicht im Besitz der betreffenden Bücher sind, die Chance zu geben, sich selbst ein Bild vom Charakter des „Colonel“ zu machen, von seinen Beweggründen, dies oder jenes zu tun, oder dies oder jenes eben nicht zu tun. Meine persönliche Meinung lasse ich dabei außen vor.


    Zum Thema Gerechtigkeitssinn
    Datum: 4. Juli 1956
    Ort: Auf dem Bahnhof von Chattanooga, Tennessee
    Quelle: Alfred Wertheimer in seinem Bildband ELVIS `56 – DER BEGINN (S. 115/116)

    (...)
    Während Elvis im Coffee-Shop des Bahnhofs sein Frühstück fertig aß, warteten wir übrigen in der Halle. Ein Gepäckträger kam vorbei. Der Colonel wuchtete sich aus seinem Sitz, hob die Hand mit der Zigarre und rief: „He, Träger! Träger!“
    Der Gepäckträger, ein hünenhafter Schwarzer in den Vierzigern, erwiderte mit einem höflichen „Yassuh?“. Der Colonel steckte die Hand in die Jacketttasche und fischte etliche Scheine heraus. Sie waren zerkrumpelt, so dass nicht erkennbar war, wie viele Dollars er in der Hand hatte. Er instruierte nun den Träger, indem er die Scheine, zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten, als Zeigestock benutzte.
    „Träger, sehen Sie die Koffer da?“ Der Colonel zeigte mit der Hand auf das Gepäck neben der Bank.
    „Yassuh!“
    „Wir müssen den Acht-Uhr-Zug nach Memphis nehmen, und der muss ja bald da sein. Würden Sie sich um die Koffer da kümmern?“
    „Yassuh!“
    „Und dann sind da draußen auf dem Gepäckkarren auf dem Bahnsteig noch `n paar Musikinstrumente.“ Der Colonel wies mit dem Geld auf eine Tür: „Und bei denen ist auch noch `n Teddybär, `n riesiger Teddybär. Sorgen Sie dafür, dass das alles auf den Zug kommt?“
    „Yassuh!“
    „Und Sie erledigen das sofort, verstanden?“
    „Yassuh!“
    „Und wenn Sie `nen Helfer brauchen – geht in Ordnung. Dann nehmen Sie sich eben `nen Helfer.“
    „Yassuh!“
    Der Träger zog eine kleine Handkarre heran, lud das Gepäck auf und schob es durch die Tür. Der Colonel steckte die zerkrumpelten Scheine wieder in die Jacketttasche.
    Eine Stimme aus den Bahnhofslautsprechern haspelte Reiseziele herunter. Ich hörte Memphis heraus. Am Bahnsteig versammelten sich Elvis, D.J. und Bill um Scotty und dessen Taschenkalender und diskutierten über die bevorstehenden Termine. Der Eilzug Nr. 35 nach Memphis lief ein, und während Elvis als erster einstieg, sah ich, wie der Colonel, den Gepäckträger neben sich, auf dem bahnsteig heranmarschiert kam. „Also, Träger, Sie sind sich ganz sicher, dass Sie alles Gepäck in den Zug gebracht haben?“
    „Yassuh! Ich hab’ mir noch einen von den anderen Jungs als Hilfe geholt.“
    „Das ist gut. Sehr gut.“
    Der Colonel kletterte in den Wagen. Der Träger wartete geduldig auf dem Bahnsteig. Der Colonel drehte sich schließlich noch einmal um, sah den Träger an, langte in die Jacketttasche und drückte ihm den Trägerlohn mit geschlossener Faust in die Hand.
    „Danke, Träger.“
    Der Träger glättete den zerknüllten Schein, entdeckte, dass es sich nur um eine einzelne Dollarnote handelte, und sagte sarkastisch: „Thank you, Suh.“ Das „you“ klang eher wie ein Fluch.
    (...)


    Zum Thema Moral
    Datum: 10. Februar 1977
    Ort: Graceland
    Quelle: Larry Geller in seinem Buch I WAS THE ONE (S. 183)

    (...) Vernon und er hockten auf der Bettkante. Vernon ließ den Kopf hängen und starrte zu Boden, während er an einer Zigarette sog. Elvis, im blauen Morgenmantel, schüttelte angewidert den Kopf; das Haar fettig und zerzaust. Bücher waren am Bett verstreut und stapelten sich auf dem Nachttisch, daneben Röhrchen und Flaschen voll mit Abführmitteln, Augentropfen, Nasenspray, Zerstäuber und verschiedenen Medikamenten. Beide Fernsehgeräte liefen, der Ton war abgeschaltet.
    „Erinnerst du dich an unsere letzte Tour in Vegas?“ Als ob ich das nicht wüsste. „Nun, ich habe erfahren, dass der Colonel 1,4 Millionen Dollar verloren hat.“ Seine Wut schien sich mit jedem Wort hochzuschaukeln. Vernon saß schweigend da, den Kopf in einer Rauchwolke eingehüllt.
    „Larry“, fuhr Elvis fort, „1,4 Millionen – an einem Abend. Widerlich. Das verdienen die meisten Leute mit harter Arbeit ihr ganzes Leben nicht. Und er verspielt es an einem einzigen verfluchten Abend in Sin City!“ Er wandte sich an Vernon. „Du hattest wahrscheinlich recht, Daddy. `74 hätten wir ihn feuern sollen.“
    Presley sr. schaute auf und zuckte schwach mit den Schultern. „Tja, mein Sohn, du hast immer gewusst, was ich von ihm hielt; und erinnere dich mal, wie deine Mutter von ihm dachte. Sie wusste, dass wir auf ihn reingefallen waren, aber du bist der Boss.“
    Nach langem Schweigen murmelte Elvis: „Ja, Mama hatte immer recht.“ Seine Stimme wurde lauter. „Versteh’ mich nicht falsch. Ich bin dem Colonel dankbar für alles, was er für mich getan hat. Ich war immer loyal zu ihm – und zu jedem anderen auch. So bin ich eben. Aber wie der Song schon sagt: <The times they are a-changing>, und ich glaube, es ist an der Zeit. Gentlemen, ich will es einmal so formulieren: was wir brauchen, ist frisches Blut.“
    Er machte eine Pause; dann wiederholte er oder, besser gesagt, knurrte er wütend: „Mann, 1,4 Millionen Dollar, an einem Abend aus dem Fenster geworfen! Und ich weiß, dass es wahr ist.
    Ich mag Mr. Hilton, er ist ein anständiger Mensch, aber verflucht noch mal, ich will nie mehr in Vegas auftreten. Nie wieder. Und das werde ich auch nicht. 1,4 Millionen – völlig unmoralisch. Es muss sich einiges ändern. Ich weiß zwar noch nicht was, aber einige Dinge hier werden sich auf jeden Fall ändern.“
    Als Vernon sich langsam erhob, sagte er müde: „Elvis, ich glaube, ich gehe jetzt besser nach Hause. Es wird Zeit für mich, ins Bett zu gehen, mein Sohn.“ Dieses Problem war zu viel für Vernon.
    Elvis stand auf und nahm ihn in den Arm. „Mach’ dir keine Sorgen, Daddy. So lange ich da bin, wird alles gut gehen.“
    (...)
    Nachdem Vernon gegangen war, sagte Elvis: „Daddy hat den Colonel noch nie gemocht. Er denkt, er hätte seine Position ausgenutzt. Er würde es am liebsten sehen, wenn ich den Colonel vor die Tür setzte. Das ist das erste, was ich tun werde.“
    Sein Blick sagte alles; während er sprach, hatte ich den Eindruck, er wollte sich – endlich – rächen.
    (...)

    >>> Hierbei möchte ich anmerken, dass es sehr wohl einen Unterschied zwischen Parkers Spielsucht und Elvis' Leidenschaft für teure Geschenke gibt, für die er sein eigenes Geld "verschwendete", um es einmal sehr drastisch auszudrücken. Jedes einzelne Geschenk (meistens waren es ja fabrikneue Edelkarossen der Marken Cadillac oder Lincoln) machte einen anderen Menschen glücklich, und nicht wenige Zeitzeugen haben später die Zufriedenheit bei Elvis beschrieben, wenn er das glückliche Funkeln in den Augen derer sah, denen er damit eine Freude machen konnte. Der Einzige, den Parker am Spieltisch glücklich machte, war der Casino-Manager.
    Natürlich gab Elvis auch erhebliche Summen für seinen Medikamentenbedarf aus, doch im Mittelpunkt stand meiner Ansicht nach (zumindest ab 1974/75, würde ich jetzt mal schätzen) der Versuch, seinen geschundenen Körper am Funktionieren zu erhalten, denn die Frequenz der Live-Auftritte ab ca. 1974 war mörderisch. Hier kann man durchaus von einem Teufelskreis sprechen, denn so sehr Elvis es liebte, sein Publikum auf der Bühne zu unterhalten, so schädigend musste sich der beinahe ganzjährliche Tour-Stress (unterbrochen nur von kurzen Ruhephasen) auf seine Gesundheit auswirken. Gewiss, er trat in Vegas nur noch zwei statt vier Wochen hintereinander auf, doch diese Reduzierung konnte garnicht Wirkung entfalten, da stattdessen eine Tour an die nächste gehängt wurde.
    Zu beurteilen, welchen Prozentsatz seiner Medikamente Elvis aus Ärztesicht wirklich brauchte und welchen er "nur" nahm, um sich besser zu fühlen, sehe ich mich außerstande; dazu fehlen mir die Insiderkenntnisse. Aber dass er tatsächlich krank war, und das in multipler Art und Weise, steht außer Frage.
    Schon in den 50er Jahren hatte der 20+ Elvis einen Schwächeanfall infolge physischer Überanstrengung gehabt, und es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie belastend ein viel zu eng gesteckter Terminkalender für einen 40+ Elvis gewesen sein muss, der zusätzlich noch mit Übergewicht zu kämpfen hatte. Aber ich glaube, ich schweife ein wenig ab...


    Zum Thema Nächstenliebe/Menschlichkeit
    Datum: 21. Mai 1977
    Ort: Hotel-Suite in Louisville, Kentucky (vor dem Auftritt in der Freedom Hall)
    Quelle: Larry Geller in seinem Buch I WAS THE ONE (S. 216/217)

    (…) Nachmittags war ich allein; ich wartete in Elvis’ Suite darauf, ihn zu sehen. Dr. Nick war in seinem Schlafzimmer. Plötzlich öffnete sich die Vordertür – und der Colonel marschierte flotten Schrittes herein. Als ich mich erhob, um ihn zu begrüßen, stoppte er. Beide Hände fest um den Knauf seines Gehstocks geklammert, beugte er seine untersetzte Figur darüber, warf einen kritischen Blick durch den Raum und fragte: „Wo ist er?“
    Ich machte ein paar Schritte in Richtung Schlafzimmertür und sagte: „Ich sage ihm, dass sie hier sind, Colonel.“
    „Nein!“ Parker rauschte an mir vorbei. „Ich gehe rein.“
    Er stieß die Schlafzimmertür auf. In den Sekunden, bevor sie wieder hinter ihm ins Schloss fiel, gewährte sie mir einen flüchtigen Blick auf eine erschreckende Szenerie. Dr. Nick kniete neben dem Bett. Er hielt Elvis’ regungslosen Körper und versuchte verzweifelt, ihn wiederzubeleben. Immer wieder tauchte er Elvis’ Kopf in einen Eimer mit Eiswasser. Die Augen geschlossen, der Unterkiefer hing schlapp herunter, Elvis schien hilflos, es schien, als läge er im Koma. Ich hörte sein schwaches Stöhnen. Die Tür schlug zu.
    Nicht einmal zwei Minuten später erschien der Colonel. Er schlug die Tür hinter sich zu, stakste auf mich zu, hob seinen Stock himmelwärts und erklärte mir mit kaltem Blick: „Alles, was zählt, ist, dass er heute abend auf der Bühne steht. Alles andere ist egal!“ Mit diesen Worten verschwand er.
    Ich traute meinen Ohren nicht. Vielleicht war es naiv, angesichts des Anblicks „seines Jungen“ ein Einschreiten, irgendeine humane Reaktion des Colonels zu erwarten. War die einzige Angst, die ihn vorantrieb, dass Elvis nicht in der Lage wäre aufzutreten?
    Was war los mit Elvis?
    Etwa eine halbe Stunde später verließ Dr. Nick das Schlafzimmer. Ich klopfte an die Tür. Elvis rief mich hinein. Er saß im Bett, blass, aufgedunsen. Ich fragte ihn, wie er sich fühlte. „Ich fühle mich zerschlagen, wie gerädert“, seufzte er. Er war sichtlich benommen, trotzdem fragte er: „Larry, warum hast du den Colonel hereinplatzen lassen? Warum bist du nicht hereingekommen und hast mir gesagt, dass er da ist?“
    „Wollte ich ja, Elvis, aber er ist einfach an mir vorbei marschiert.“
    Er war außer sich. „Hey, was glaubt der eigentlich, wer er ist? Das ist meine Scheißangelegenheit, nicht seine. Er kann nicht einfach so mit seinem fetten Arsch in mein Zimmer marschieren, Manager hin, Manager her. Das ist mein Zimmer. Ich kümmere mich darum.“
    (...)


    Wäre sehr schön, wenn Ihr Eure Meinung dazu nicht an der Person von Larry Geller festmacht, sondern am Inhalt des Beschriebenen.

    Kommentar

    • Tafka S.
      Posting-Legende

      • 22.06.2005
      • 9754

      Zitat von Circle G
      Bitte erst einmal mit den Fakten vertraut machen, bevor man solche Behauptungen als Tatsachen in den Raum stellt. Danke!
      Mit den Fakten vertraut machen? Wenn der modifizierte Manager-Klienten-Vertrag über eine 50:50-Aufteilung (sowohl Einnahmen als auch etwaige Verluste betreffend!) keine Tatsache ist, dann verbessere das doch gleich. Danke!

      Und, was ist dabei rausgekommen? Warum wird denn immer nur die halbe Geschichte angerissen, solange man Parker vor den Karren pissen kann? Du weißt hoffentlich, wie die Sache ausgegangen ist. Oder behältst Du das lieber für Dich, weil die Story dann nämlich in einem völlig anderen, vor allem gegensätzlichen Licht erscheinen würde?
      Die EPE (unter der Regie von Priscilla!) hat dagegen geklagt, dass Parker auch nach Elvis' Tod Einnahmen in solcher Höhe für sich beanspruchte, weil man fürchtete, es könnte auf Kosten des Erbes für Lisa Marie gehen. Dieser Umstand allein reicht mir, um Parkers Verhalten zu beurteilen. Ich meine, das muss man sich mal vorstellen: Während Vernon ab dem 16. August 1977 um seinen Sohn trauert, hat Parker nichts Wichtigeres zu tun, als sich an ihn zu wenden mit dem Vorschlag, mit einem neuen Vertrag alles so zu belassen, wie es bisher geregelt war. Wie kaltherzig muss man da sein, wenn man dem armen Vernon nicht mal etwas Zeit zum Trauern lässt?!
      Ich würde schon sagen, dass er da die Situation für sich ausgenutzt hat.
      Wie die Sache mit dem Prozess ausgegangen ist, wurde in dem Buch "Geheimakte Elvis" von John Parker umrissen, der übrigens nicht verwandt mit dem "Colonel" ist. Wenn Bedarf besteht, suche ich das mal raus demnächst.

      Wenn der eine aber in erster Linie Geld verdienen will (schließlich muss der teure Lebensstil ja auch irgendwie finanziert werden) und der andere genau diesen Aspekt bedient, dann kann man durchaus von Wechselwirkung reden.
      Das erscheint mir unlogisch. Wo bleibt denn bei dieser Konstellation, die ja faktisch nicht falsch ist, Raum für die Kunst? Ohne Kunst keine Wechselwirkung - zumindest nicht in meinem Beispiel.
      Vielleicht könntest Du das nochmal anders zu erklären versuchen.

      Kommentar

      • Ciscoking
        Board-Legende

        • 19.05.2006
        • 11717

        Klasse Posting Tafka. Dass hier alle gegen mich sind hat
        Tradition. Mir machts Spass...
        Bin halt kein Mitläufer....

        Gut...dass mal ein anderer das Bild von Parker
        korrekt nachzeichnet und auch die Spielsucht
        anspricht. Wenn ich dieses Fakt bringe...[
        Thanks to Ernst Joergensen, Roger Semon and Erik Rasmussen for the great work. Keep the spirit alive !

        Kommentar

        • Tafka S.
          Posting-Legende

          • 22.06.2005
          • 9754

          Danke, Ciscoking!
          Ich glaube allerdings, dass die Kritik seitens mehrerer Forums-User an der Kernaussage liegt (Parker war nicht nur der liebe Onkel), weniger an denen, die so etwas äußern. Ich bin mir fast sicher, dass auch ich Kritik ernten werde, aber das akzeptiere ich. Jeder darf seine Meinung äußern - sofern das sachlich und ohne persönlichen Angriff erfolgt.
          Wichtig ist letztlich nur der Sachverhalt, und der dürfte nur sehr schwer zu widerlegen sein.

          Im übrigen mache ich persönlich bei der unglaublichen Geschichte mit dem Eiswasser-Eimer auch Dr. Nichopoulos mit verantwortlich. Dass sich ein Arzt zum willfährigen Handlanger eines Managers macht, um das "Geschäft" am Laufen zu halten, halte ich für skandalös. Wenn "Dr. Nick" in seinem Buch von Freundschaft spricht, spricht er doppelzüngig in meinen Augen.

          Kommentar

          • Ciscoking
            Board-Legende

            • 19.05.2006
            • 11717

            Man könnte fast meinen Parker und Nick waren ein
            Team. ...der eine setzte ihn unter Drogen damit er für
            den anderen ein willenloses Spielzeug war. Und beide
            wurden auf Kosten des Stars steinreich. Nicht mal
            abwegig.....
            Thanks to Ernst Joergensen, Roger Semon and Erik Rasmussen for the great work. Keep the spirit alive !

            Kommentar

            • Tafka S.
              Posting-Legende

              • 22.06.2005
              • 9754

              Schwer zu sagen, ob dahinter Methode steckte. Soweit will ich gar nicht gehen. Aber unethisch finde ich in der Rückbetrachtung das Verhalten vom Leibarzt schon. Der hätte Parker ganz klar des Raumes verweisen und seinen Patienten umgehend in ein Krankenhaus einweisen müssen - schon allein zu dessen Selbstschutz.

              Kommentar

              • Ciscoking
                Board-Legende

                • 19.05.2006
                • 11717

                Vielleicht war es ein Gentleman Agreement.
                Es war beiden nicht unrecht....aber ist natürlich
                nur Spekulation....
                Thanks to Ernst Joergensen, Roger Semon and Erik Rasmussen for the great work. Keep the spirit alive !

                Kommentar

                • Winston

                  Es ist aber interessant, wie Aussagen aus Büchern, die man kaum belegen
                  kann, je nach Lust und Laune herangezogen werden. Mal wird Larry Geller
                  als esoterischer Spinner bezeichnet und dann wird seine Aussage für voll
                  genommen. So geht es mit vielen aus dem Kreise von Elvis, die ein Buch
                  schreiben.

                  Für mich fängt das Begreifen von Parkers Handlungen mit dem "Im Stich
                  lassen" durch seinen damaligen einzigen Klienten Eddy Arnold an. Dieses
                  Erlebnis war sicherlich prägend, da es ihn aus dem Nichts traf. Arnold setzte
                  ihn per Post (sic.) vor die Tür. Er hat sich sicherlich nicht noch einmal so
                  abservieren lassen wollen und Verträge dementsprechend verfasst.

                  Kommentar

                  • cos
                    Board-Legende

                    • 11.01.2004
                    • 26474

                    Zitat von Tafka S.
                    Der Träger glättete den zerknüllten Schein, entdeckte, dass es sich nur um eine einzelne Dollarnote handelte, und sagte sarkastisch: „Thank you, Suh.“ Das „you“ klang eher wie ein Fluch.
                    (...)
                    Damit hätte er zu dritt ins Disneyland gehen können, denn der Dollar war damals mehr wert. Heute würde er für 3 Leute 240$ zahlen. Ist für mich ein Beleg von Sparsamkeit, aber hier verlangt man scheinbar das Geld heraus geworfen wird, so wie es Elvis tat?




                    „Larry, warum hast du den Colonel hereinplatzen lassen? Warum bist du nicht hereingekommen und hast mir gesagt, dass er da ist?“
                    „Wollte ich ja, Elvis, aber er ist einfach an mir vorbei marschiert.“
                    Ahja, und sich in den Weg stellen war nicht?
                    Ich kümmere mich darum.“
                    Hier hätte Larry Elvis vielleicht sagen sollen, dass ER sich kümmert, damit Elvis liegen bleibt. Warum hat er es nicht? Es war doch keiner da, nur er und Elvis ALLEIN. Also...



                    sondern am Inhalt des Beschriebenen.
                    Am Inhalt sehe ich Parallelen bei den meisten Schreiberlingen. Alle haben gesehen, wie es Elvis geht, aber KEINER hat etwas gemacht, denn IMMER waren die ANDEREN Schuld. Ein Ja-Sager schiebt dem anderen Ja-Sager einen rein. Deswegen gebe ich persönlich keinem Einzigen die Schuld, sondern der gesamten Bande um Elvis herum.

                    Zu den Verschwörungsspinnereien von Dr. Nick und Parker sage ich lieber nix....

                    Kommentar

                    • Dark Moon
                      Posting-Legende

                      • 18.08.2012
                      • 6287

                      Zitat von cos
                      Ein Ja-Sager schiebt dem anderen Ja-Sager einen rein. Deswegen gebe ich persönlich keinem Einzigen die Schuld, sondern der gesamten Bande um Elvis herum.
                      Danke!

                      Kommentar

                      • Gast

                        Zitat von Tafka S.
                        Wenn der modifizierte Manager-Klienten-Vertrag über eine 50:50-Aufteilung (sowohl Einnahmen als auch etwaige Verluste betreffend!) keine Tatsache ist, dann verbessere das doch gleich. Danke!
                        Von den garantierten Zahlungen der Schallplattenfirmen und Filmstudios erhielt Parker weiterhin den Satz von 25%. Die darüber hinaus gehenden Einnahmen wurden 50/50 geteilt.

                        Zitat von Tafka S.
                        Die EPE (unter der Regie von Priscilla!) hat dagegen geklagt, dass Parker auch nach Elvis' Tod Einnahmen in solcher Höhe für sich beanspruchte, weil man fürchtete, es könnte auf Kosten des Erbes für Lisa Marie gehen.
                        Parker hat diese Einnahmen aufgrund eines Vertrages kassiert, den er nach Elvis' Tod mit Vernon Presley abgeschlossen hatte. EPE wollte durch die Klage aus diesem Deal vorzeitig aussteigen. Schlussendlich kam es zu einer Einigung der beiden Parteien.

                        Zitat von Tafka S.
                        Dieser Umstand allein reicht mir, um Parkers Verhalten zu beurteilen..
                        In diesem Falle geht Dein persönlicher Horizont einfach nicht weit genug.

                        Zitat von Tafka S.
                        Ich meine, das muss man sich mal vorstellen: Während Vernon ab dem 16. August 1977 um seinen Sohn trauert, hat Parker nichts Wichtigeres zu tun, als sich an ihn zu wenden mit dem Vorschlag, mit einem neuen Vertrag alles so zu belassen, wie es bisher geregelt war. Wie kaltherzig muss man da sein, wenn man dem armen Vernon nicht mal etwas Zeit zum Trauern lässt?!.
                        Durch Elvis' Tod erlosch natürlich auch die Geschäftsbeziehung, so dass ein neuer Management-Vertrag notwendig wurde. Trotz Tod und Trauer drehte sich auch damals die Welt weiter und zahlreiche Geschäftsleute sprangen auf den Presley-Zug auf und brachten T-Shirts, Poster und vieles mehr auf den Markt. Es musste also schnell reagiert werden, wenn man etwas vom Kuchen abbekommen wollte. Auch hier merkt man Dir leider an, dass Du eher emotional als rational agierst.

                        Zitat von Tafka S.
                        Das erscheint mir unlogisch. Wo bleibt denn bei dieser Konstellation, die ja faktisch nicht falsch ist, Raum für die Kunst? Ohne Kunst keine Wechselwirkung - zumindest nicht in meinem Beispiel.
                        Vielleicht könntest Du das nochmal anders zu erklären versuchen.
                        Wenn Du Dich mit Elvis' Laufbahn beschäftigt hättest, dann wüsstest Du, dass Elvis zumeist dem schnöden Mammon den Vorzug gab. Er hatte keine großen künstlerischen Visionen, sondern machte das, was die größten Einnahmen versprach. In den 1950ern spielte er -vollkommen entgegen seines eigenen Geschmacks- den Rocker, in den 1960ern gab er -noch einmal entgegen seiner persönlichen Ansichten- den Musical Star und in den 1970ern ließ er sich sein Image durch Live-Auftritte vergolden.
                        Zuletzt geändert von Gast; 10.09.2014, 04:58

                        Kommentar

                        • Winston

                          Vielleicht hätte Elvis dann nicht immer nur von einem Rausschmiss reden
                          sollen, sondern diesen auch einmal in die Tat umsetzen. Wenn ihm die
                          Handlungsweisen seines Managers so gegen den Strich gingen, darf er sich
                          doch nicht wundern, dass es bei Duldung so weiter geht.

                          Kommentar

                          • Gast

                            Vor allem hätte er dann nicht immer neue Verträge unterschreiben dürfen. Er mochte seine Musical-Filme nicht, unterschrieb aber weiterhin langfristig bei MGM bzw. für ein oder zwei Projekte bei United Artists, National General und NBC-Universal. In den 1970ern beklagte er sich über Las Vegas, nutzte den Verkauf des Hotels an die Hilton-Gruppe aber lediglich zur Gagenerhöhung und unterschrieb dann nochmal für 1974/75 und 1976. Für den Spätherbst 1977 war eine weitere Konzertserie geplant. Auch über die Versorgung mit Liedern ließ er sich gerne aus, nahm die Beschaffung von Material aber nie in die eigenen Hände. Ebenso sprach er nie bei RCA wegen der angeblich schlechten Mixe seiner Songs vor. So verhielt er sich auch mit Parker. Er meckerte zwar ständig an ihm rum, suchte sich aber weder einen anderen Manager, noch bemühte er sich um Einblicke in die geschäftliche Seite seines Jobs.

                            Alles in Allem wirkt Elvis auf mich wie ein Typ, der sich zwar permanent beschwert, schlussendlich aber selbst keine Verantwortung übernimmt - das macht ja Arbeit und man müsste Selbstkritik üben.

                            Kommentar

                            • Winston

                              Zitat von A. C. van Kuijk
                              ... der sich zwar ... beschwert, ... aber selbst keine Verantwortung übernimmt ...
                              Dafür hatte er ja schließlich Parker. Geschickt von ihm. So hat er gleich der Nachwelt
                              ein Feindbild für alle Fehler gelassen.

                              Kommentar

                              • Gast

                                Wer nicht entscheidet, für den wird entschieden. Ich halte es für eine kapitale Schwäche und bin relativ überzeugt, dass Elvis Aron Presley in einem regulären Job nicht lange durchgehalten hätte. Naja, hat er in seinem anderen ja auch nicht...:traurig:

                                Kommentar

                                Lädt...